Lektoratsstandorte:Bishkek
Aus Lektoren.net3
| Bischkek |
|---|
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt
Bischkek, die Hauptstadt Kirgisistans, ist mit ca. 600.000 Einwohnern und 40 Hochschulen der wichtigste Bildungsstandort im Land und zieht auch zahlreiche Studierende aus Kasachstan, Turkmenistan, sogar China und Pakistan an. Viele Einrichtungen sind sehr jung und entstanden erst nach der Unabhängigkeit des Landes Anfang der 90er Jahre. Das gilt auch für die Gasthochschule des 2008 neu eingerichteten Bosch-Lektorates für Deutsch als Fremdsprache. Eine detaillierte Analyse der kirgisischen Universitätenlandschaft findet sich hier [1].
Hier geht es zur Länderseite von Kirgisistan.
Leben in Bischkek
Bishkek ist das unumstrittene Zentrum des kirgisischen Nordens und - nach meiner subjektiven Meinung - die perfekte Mischungen aus dem, was Zentralasiens Städte zu bieten haben. Weder überteuert noch hinter den sieben Bergen, verbindet es die Annehmlichkeiten einer Großstadt (Einkaufszentren, wenn auch ohne H&M und Zara, eine gute und preisgünstige Auswahl an Restaurants, Clubs, Theatern) mit überschaubarere Größe und einem netten 3-Monate-hier-und-man-scheint-jeden-zu-kennen-Effekt. Die Berge sind nahe genug, dass ein Tages- oder Wochenendausflug zum Reiten oder Schwimmen jederzeit möglich ist, auch Almaty ist in wenigen Stunden zu erreichen.
Bishkek ist - noch [2]- ein liberales Pflaster, was ihm eine große Ansammlung internationaler Organisationen, Repräsentanzen und Hochschulen beschert und damit eine lebendige und junge ExPat-Gemeinde, so dass auch der des Russischen nicht mächtige nicht lange einsam bleibt.
Kirgisisch-Russisch-Slawische Universität Bischkek
Die Universität wurde 1992 mit Unterstützung des damaligen russischen Präsidenten Boris El'cin gegründet, 1993 nahm der erste Bachelor-Jahrgang von 200 Studierenden sein Studium auf. Heute unterrichtet die Universität ca. 10.000 Studierende an acht Fakultäten. Die Universität gilt nach der American University of Central Asia und der türkisch-kirgisischen Manas-Universität als beste des Landes. Diese Dominanz der nach Ende der Sowjetunion gegründeten Auslandsuniversitäten ist eine Besonderheit des kirgisischen Bildungssystems und weißt sowohl auf seine finanziellen Schwierigkeiten, als auch auf die große Offenheit und Kooperationsfreude hin.
Der Lehrstuhl für Germanische Philologie an der Humanistischen Fakultät bildet Übersetzer und Linguisten in 5jährigen Diplomstudiengängen aus. Seit dem Wintersemester 2011 wird das System auf einen vierjährigen Bachelor und einen zweijährigen Master umgestellt. Der Jahrgang 2011/2012 studiert bereits nach diesem neuen System.
Unterricht
Der Schwerpunkt der Unterrichtstätigkeit der Boschlektorin liegt auf Landeskunde und Konversation, wobei die Themenwahl frei gestaltet werden kann. Außerdem wird Deutsch-Russisches Übersetzten und konsekutives Dolmetschen unterrichtet.
Im SoSe 2012 finden folgende Seminare statt:
Blick auf Kirgistan - Vid na Ruhrgebiet. Ein virtuelles Austauschseminar (2. Studienjahr) Praktisches Übersetzen und Dolmetschen (3. Studienjahr) Kompetenzen erkennen und beruflich orientieren (4. Studienjahr)
Projektarbeit im Profil
Im Rahmen der beruflichen Weiterqualifizierung der Übersetzungstudenten fand am 24.04.2009 ein Gastvortrag des Dolmetschers Wanja Eremenko statt. Die anschließende Diskussion drehte sich vor allem um praktische Fragen des Übergangs vom Studium zum Dolmetscherberuf mit seinen verschiedenen fachlichen Spezialisierungen.
Zur Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit des Lehrstuhls findet im SS 2009 ein Diplomantenkolleg für das 5. Studienjahr statt.
Außerdem beteiligt sich der Boschlektor an den turnusmäßig lehrstuhlinternen Fortbildungen mit eigenen Einheiten.
Der Höhepunkt des Projektjahres folgte aber ganz am Ende: Vom 13.-25. Juni 2009 führte die Georg-Simon-Ohm-Hochschule - Fachhochschule Nürnberg, Fakultät Sozialwissenschaften gemeinsam mit dem Europäischen Institut Conflict-Culture-Cooperation (EICCC), der Kirgisisch-Russisch-Slawischen Universität, der Deutsch-Kasachischen Universität und der Russisch-Tadschikisch-Slawischen Universität, sowie den Lektoren aus Kirigistan, Tadschikistan und Kasachstan eine Sommeruniversität durch. Die Veranstaltung in Cholpon-Ata, Kirgisistan stand unter dem Motto: „Zukunft jetzt! Konzepte für Morgen. Konfliktprävention- und bewältigung in Zentralasien“ und war 2009 die einzige Veranstaltung dieser Art, die in Kirgisistan komplett auf Deutsch durchgeführt wurde. Teilnehmer waren Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften der beteiligten Universitäten.
Den Blog der Sommeruniversität finden sie [hier http://www.free-blog.in/SommeruniIssykKul/].
Im Sommer 2010 wurde zum zweiten Mal eine Sommeruniversität durchgeführt: [3] Eine Sommeruniversität für 2012 wird gerade geplant.
Im Wintersemester 2011/2012 ist die Umstellung auf Bachelor und Master zentrales Thema am Lehrstuhl. Die Lektorin führt kleine Seminareinheiten für die Dozentinnen am Lehrstuhl durch, um den Umstellungsprozess mit Informationen und Anregungen zu unterstützen. Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung von Modulen sowie die Frage, wie 'selbstständiges Arbeiten' stärker in der Fremdsprachenausbildung verankert werden kann.
Kultur- und sonstige Projektarbeit
Die deutschsprachige Theatergruppe des Lehrstuhls, geleitet von Tinka und Boschlektorin Tanja Fichtner führte bei der Weihnachtsfeier eine Bearbeitung von Loriots "Jodelschule" auf. Hier einige Bilder der Kostümprobe.
Im Wintersemester 2011/2012 wurden Bewerbungsworkshops durchgeführt und ein Filmnachmittag veranstaltet. Am Ende des Semester und zu Beginn des zweiten Semesters habe ich drei Kurzfortbildungen für die Dozentinnen am Lehrstuhl durchgeführt, in denen wir uns mit den Themen 'Bologna anwenden' und 'Selbstsäbndiges Lernen' auseinander gesetzt haben.
Unser erstes Projekt im Sommersemester 2012 ist die wissenschaftliche Konferenz 'Dialog der Sprachen und Kulturen'. Jedes Jahr stellen die Studierenden des vierten und fünften Studienjahres im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz ihre Diplom- oder Jahresarbeiten vor. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Natasha Wasilewna und Nadeshda Wolkowa verfolgen wir in diesem Jahr ein ehrgeiziges Ziel: Die wissenschaftliche Konferenz soll spannender werden! Dafür bereiten wir die Studierenden in Rhetorik- und Präsentationsworkshops auf die Konferenz vor und planen die Konferenz gemeinsam mit den Studierenden im Workshopformat.
Mit dem zweiten Studienjahr arbeiten wir an dem virtuellen Austausch 'Blick auf Kirgistan - Vid na Ruhrgebiet'. Mit dem Grundkurs Erdkunde, Stufe 13, der Friedensschule in Hamm bearbeiten wir parallel geografische Themen mit Blick auf Kirgisistan und das Ruhrgebiet. In E-Mails tauschen wir uns zu diesen Themen aus. Am Ende des Projektes sollen ein Poster und eventuell eine Broschüre entstehen, die die Inhalte und den Projektverlauf darstellen, und die in beiden Orten ausgestellt und präsentiert werden können.
Im dritten Studienjahr arbeiten wir im Seminar 'Praktisches Übersetzen und Dolmetschen' an zwei Projekten. Im April wollen wir im Rahmen der Woche der Deutschen Sprache eine Konferenz simulieren, die die Studierenden konsekutiv ins Russische übersetzen. Nach der Konferenz werden wir uns mit einer speziellen Form der Übersetzung beschäftigen und russische Untertitel für deutsche Kurzfilme entwickeln.