Lektoratsstandorte:Kragujevac

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Kragujevac


Inhaltsverzeichnis

Die Stadt und ihre Geschichte: Kragujevac

In der zentralserbischen Šumadija liegt die viertgrößte Stadt Serbiens: Kragujevac.

Damals...

Hier wurde die Stadt nach dem Abzug der Osmanen im Jahre 1818, zusammen mit der Stadt Pozarevac, zur serbischen Hauptstadt erklärt. Als Zentrum des neu entstandenen autonomen Fürstentums des Milos Obrenovic erlangte Kragujevac schnell eine wichtige Bedeutung in Handel und Handwerk und entwickelte sich auch zum kulturellen Mittelpunkt der Region. Davon zeugen beispielsweise die Gründung des ersten Gerichts (1820), des Theaters(1835), sowie des ersten Gymnasiums (1833), der Militärakademie(1837), der Druckereien und Zeitungen etc. Bereits 1839 verlor Kragujevac den Titel der Hauptstadt an Belgrad, allerdings verblieben aufgrund der Präsenz eines osmanischen Regiments in der Belgrader Festung "Kalemegdan" alle wichtigen staatlichen Institutionen bis 1867 in der Stadt.

Zu Zeiten des sozialistischen Jugoslaviens war die Stadt für zweierlei Dinge bekannt: einerseits für den Erinnerungsort "Šumarice", wo die deutsche Wehrmacht 1941, als Vergeltungsakt für einen Angriff von Partisanen auf eine deutsche Einheit, ein Massaker an mehreren tausend Menschen verübte. Und andererseits ist Kragujevac für seine Automobilindustrie bekannt. Das Unternehmen "Zastava", ein Automobil- und Waffenhersteller, hat ab 1950 seinen Sitz in der Stadt. Zastava versorgt das gesamte Jugoslavien mit Autos, wie beispielsweise dem Fica oder dem berühmt berüchtigten Yugo Koral. Auch nach dem Zerfall Jugoslaviens bestand das Unternehmen weiter und wurde als Teil der Rüstungsindustrie Serbiens während des Krieges von 1999 von der NATO bombardiert. Dies bedeutete einen gewaltigen Rückschritt für die Stadt, deren Bewohner hauptsächlich von "Zastava" lebten. Lange Zeit wurde die Region um Kragujevac als "Tal des Hungers" bezeichnet. Jedoch macht sich allmählich ein Aufschwung in der Stadt bemerkbar, unter anderem wurde im November 2008 mit dem italienischen Autohersteller "FIAT" ein Abkommen über die Herstellung eines Autotyps in Kragujevac unterzeichnet und der Auf- und Ausbau des Werks ist im Gange.

...und heute

Mittlerweile ist Kragujevac mit ca 180.252 Einwohnern die viertgrößte Stadt Serbiens. Sie ist ebenso der Verwaltungssitz des zentralserbischen Bezirks Šumadija. Die Altstadt ist relativ klein, dort sind noch Häuser im typischen Balkan-Stil zu sehen, ansonsten wurde Kragujevac in der 60er und 70er Jahren modernisiert - davon zeugen viele Plattenbauten. Die Moscheen, die einst hier standen, sind schon lange verschwunden. Um Kragujevac herum wird es sehr schnell sehr dörflich. Den Übergang markieren die Roma-Siedlungen und auch die Siedlung für Flüchtlinge aus dem Kosovo.

(http://www.kragujevac.rs/Grad_Kragujevac-1-1) Nichtsdestotrotz ist Kragujevac als eine der vier Universitätsstädte Serbiens eine lebendige Stadt, mit vielen Cafés und Bars, die gerne und häufig besucht werden. Es gibt verschiedene kulturelle Einrichtungen, wobei die Stadt auch nach wie vor viele Entbehrungen machen muss. Ein Kino gibt es zwar nicht, aber im Theater finden ab und zu Veranstaltungen statt, das Studentische Kulturzentrum bietet dagegen vergleichsmäßig viel an: Von Literaturabenden, Konzerten, Podiumsdiskussionen, bis zu Filmen ist alles dabei. Die eine oder andere Underground-Kneipe gibt es auch. Genügend Räumlichkeiten für geplante Projekte sind definitiv vorhanden. Und Menschen, die einen unterstützen auch.

Universität/ Lehrstuhl

Universität Kragujevac (http://www.kg.ac.yu)

Fakultät für Philologie und Künste (http://147.91.201.123/joomla/)

Die Universität Kragujevac ist eine noch junge Universität, sie wurde 1976 gegründet. Sie besteht aus elf Fakultäten und hat insgesamt ca. 16000 Studierende.

Der Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur, an dem das Lektorat angesiedelt ist, befindet sich noch immer im Aufbau und durchläuft gerade das Akkreditierungsverfahren. Es gibt ungefähr 100 Studenten in Hauptfach und 90 im Nebenfach. Momentan gibt es im Rahmen des Grundstudiums, bzw. des Bachelors, verschiedene Programmvarianten. Zudem ist die Erarbeitung eines Masterprogramms in Gange.

Der Lehrstuhl für Germanistik wurde im Jahr 1998 gegründet, stand allerdings bis zum Jahre 2005 unter der Obhut Belgrads. Der Lehrstuhl besteht momentan aus: - einer Professorin, Prof.Dr. Petronijević (Lehrstuhlleiterin) - einer Dozentin, Dr. Jelena Volić- Hellbusch - zwei(einhalb) Assistenten und - 5 Lektoren (den Boschlektor eingeschlossen).

In Serbien und der Region gibt es einen Mangel an Nachwuchswissenschaftlern für die Germanistik, mit dieser Tatsache hat auch der Lehrstuhl in Kragujevac zu kämpfen. Daher sind Kooperationen und langfristige Partnerschaften ein wichtiger Aspket für die Weiterentwicklung des Lehrstuhls. Derzeit besteht eine Kooperation mit der Universität Klagenfurt in Österreich (seit 2008)und eine Germanistische Institutspartnerschaft mit Trier (erst seit 2009). Des weiteren wurden erste Schritte der Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gemacht.

Generell steht der Lehrstuhl Projekten sehr offen gegenüber. So gibt es unter anderem auch das Unterrichtsfach "Projektarbeit". Besonders beliebt waren bisher Theaterprojekte. Im Rahmen dieser Projekte haben die Studenten bereits Reisen unternommen, zum Beispiel in die Tschechei. Des weiteren findet alle zwei Wochen das Sprachcafé, eine Art Deutschstammclub, statt.

Unterricht

Der Lektor hält Übungen im Bereich „Gegenwartsdeutsch“ und nimmt darin auch Prüfungen ab. In der Regel handelt es sich dabei um Konversation und Landeskunde auf verschiedenen Niveaustufen. Außerdem wurde das freiwillige Unterrichtsfach "Arbeit mit Projekten" eingeführt, welches ebenso vom Lektor unterrichtet wird.

Projektarbeit im Profil Organisationsentwicklung

Das bereits angesprochene Problem des Mangels an Dozenten und Professoren wirkt sich auch auf die Profilarbeit aus. Daher standen in letzter Zeit eher Aufgaben im Bereich Bildungsmanagement an, als im Bereich der Organisationsentwicklung, wobei sich dies sicherlich auch überschneidet. Recherchieren nach passenden Programmen für Gastdozenten, Kontakte knüpfen und auf Netzwerke zurück greifen, Anträge schreiben und die Grundlage für all diese Prozesse an der Universität und vor allem Dingen Fakultät schaffen, das sind gerade die Herausforderungen der Profilarbeit. Sowie die Begleitung des Akkreditierungsprozesses.

Darüber hinaus bestehen aber noch weitere Punkte, wie z.B. regelmäßige Kulturveranstaltungen (Sprachcafé), Vernetzungsarbeit, durch beispielsweise bi- oder trinationale Workshops mit den Studenten.

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