Lektoratsstandorte:Orenburg
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Die Stadt
Allgemeines
Orenburg ist eine typische russische Provinzstadt mit etwas mehr als 500.000 Einwohnern. Die Stadt gliedert sich grob gesehen in zwei Teile: Den historischen Stadtkern mit kleinen Häuschen (meist aus Holz), und die Peripherie, die vor allem durch Plattenbauten geprägt ist. Orenburg gilt als relativ multikulturell: Neben Russen leben hier auch Ukrainer, Polen, Deutsche (Reste von Russlanddeutschen), Baschkiren, Kasachen, Tartaren usw. Der Islam ist allgegenwärtig, die Stadt hat mehrere Moscheen. Auf der Straße kann man hin und wieder Tartarisch oder Kasachisch hören. Andere Ausländer sind allerdings äußerst selten. Einschließlich Lektor gibt es zur Zeit vier westliche Ausländer an der Universität, die sich auch über längere Zeit in Orenburg aufhalten. Davon stellen die Deutschen mit insgesamt drei Personen die größte Gruppe. Wirtschaftlich profitiert die Stadt noch heute von der Entdeckung des riesigen Erdgasfeldes in den 70er Jahren. Dies brachte und bringt einen gewissen Wohlstand mit sich. Nicht zuletzt ist es Gazprom selbst, das der Stadt ein modernes Antlitz verleiht. Vor allem in den alten RGW-Staaten ist Orenburg durch den Bau der "Freundschafts-Trasse" bekannt geworden, die unzählige internationale Arbeiter anzog.
Kultur
Kulturell hat die Stadt nicht besonders viel zu bieten, es gibt jedoch einige Einrichtungen, die man in der Freizeit durchaus nutzen kann. Dazu gehört zum Beispiel das Kino "Kosmos" (Programmvorschau). Weiterhin gibt es ein Theater mit recht gutem Programm (hier zur Internet-Seite), ein paar kleinere Museen wie beispielsweise das Puschkinmuseum, eine katholische und eine evangelische Kirche, eine Synagoge, eine Philharmonie (allerdings mit beschränktem Programm), und eine Kunsthochschule, die regelmäßig kostenlose studentische Konzerte organisiert. Liebhaber von Rockmusik können das "Underground" besuchen, das im Winter regelmäßig Livekonzerte anbietet. Hin und wieder organisieren außerdem Klubs wie der "Pilot" Livekonzerte, meist von Gruppen aus der Region oder unbekannteren Moskauer Gruppen.
Um einen Überblick über das Kulturprogramm der Stadt zu bekommen, kann man folgende Seite nutzen: http://oren.ru/afisha/. Man muss jedoch beachten, dass diese Seite nicht alle Angebote veröffentlicht und das Kulturprogramm daher ziemlich spärlich wirkt.
Spazierengehen
Wenn man sich mit jemandem trifft, geht man meist spazieren, weil das billig ist und man sich dabei unterhalten kann. Der Weg geht dabei über die Sowetskaja-Straße zum Ufer des Ural und über die Brücke nach Asien in den Park (und eventuell wieder zurück). Alternative Strecken werden kaum begangen.
Die Uni
Die Orenburger Staatliche Universität wurde erst im Jahre 1996 gegründet. Die Gründung erfolgte im Zuge eines allgemeinen Universitätsbooms in Russland, der immer noch anhält. Die Universität bemüht sich, den Ansprüchen an eine "Volluniversität" gerecht zu werden, doch nach europäischen Maßstäben ist sie nach wie vor weit davon entfernt. Ausstattung, Lehre und Forschung befinden sich nur teilweise auf Universitäts-Niveau.
Verstärkt bemüht sich die Uni um Kontakte ins Ausland; dies soll dazu beitragen, das Prestige der Uni zu heben. Der Lektor ist ein Baustein in diesem Programm.
Die Uni erfreut sich über massenhaften Zulauf, gilt sie doch als beste Hochschule der gesamten Region. Dies führt dazu, dass weit mehr Studenten unterrichtet werden als eigentlich können, enorme Raumprobleme sind die Folge.
Für weitere Informationen kann man die recht informative Internet-Seite der Universität besuchen (auch auf Englisch) www.osu.ru
Der Lehrstuhl für Deutsch und Methodik des Deutschunterrichts
Der Lehrstuhl ist mit mehr als 40 Lehrkräften sehr groß; neben den etwa 100 Philologen mit Deutsch als Erstsprache werden noch einmal ebenso viele Studenten mit Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Darüber hinaus übernimmt der Lehrstuhl den obligatorischen Deutschunterricht anderer Studienfächer (Architekten, Ingenieure, Journalisten etc.).
Neben dem Lehrstuhl befindet sich ein Zentrum für Deutsch, das neben fakultativen DSH-Kursen für unterschiedliche Aufgaben wie Kulturprogramm, Auslandskontakte etc. zuständig ist.
Das Lektorat
Vom Lektor wird erwartet, dass er den Landeskundeunterricht für die Studenten des 4. Studienjahres übernimmt. Weitere Veranstaltungen werden je nach Bedarf seitens des Lehrstuhls festgelegt (derzeit Landeskunde in zwei Gruppen des 4. Studienjahres und Sprachpraxis und Konversation für 5. Studienjahr). Desweiteren ist die Lektorin ein gern gesehener Gast in andere Gruppen (Phonetik/ Landeskunde).
Die Lektorin führt zudem Fortbildungen für die Kollegen des Lehrstuhls (und evtl. Gäste anderer Hochschulen und Schulen) durch. Die Themen der Fortbildungen werden vom Lektor in Absprache mit den Kollegen bzw. der Lehrstuhlleiterin selbst gewählt; sehr gefragt sind landeskundliche Inhalte, seltener auch methodisch-didaktische und sprachwissenschaftliche.
Fortbildungen können auch außerhalb der Uni in Schulen durchgeführt werden (es gibt entsprechende Kontakte).
Großgeschrieben werden kulturelle Veranstaltungen, so z.B. die alljährlichen "Tage der deutschen Kultur", bei denen der Lektor präsent sein sollte und evtl. auch seine eigenen Ideen einbringen kann. Dieses Jahr hat die Lektorin ein historisches Seminar zum Thema "50- Jahre Mauerbau" gegeben und gemeinsam mit den Studenten des Deutsch- Clubs das Rahmenprogramm für den phonetischen Wettbewerb für Orenburger Schüler gestaltet.
Gegenwärtig findet einmal pro Woche der Deutschklub statt, der von der Lektorin und der Austauschstudentin der LMU München betreut wird. Ziel ist es, interessierten Studenten einen Raum für Eigenaktivität rund um die deutsche Sprache zu geben. Im Rahmen des Klubs werden deutsche Lieder gesungen, deutsche Filme gezeigt, kleinere Theaterstücke einstudiert, sowie derzeit eine Plakatausstellung zum Thema "typisch deutsch- typisch russisch" gestaltet.